»THE QUEER ART OF FAILURE« (UA)

12 bis 16 Uhr, Kunstgebäude am Schlossplatz, Stuttgart

Karten
Kunstmuseum Stuttgart (Kunstgebäude)
(inkludiert im Ticket zur Ausstellung »Das kalte Herz«)

Weitere Aufführung des Projekts
22. Oktober 2026
Elisabeth Schneider Stiftung Freiburg

Mit: Ensemble Aventure, Studierenden 2. Studienjahr Regie, Schauspiel und Dramaturgie
(ADK) und Motion Design FABW

Kompositionen von Eloain Hübner und Laure Martin Hiendl
Performances im Rahmen von »Das kalte Herz«, Ausstellung des Kunstmuseums Stuttgart. Im Rahmen von »Sommer in Stuttgart«


J. Jack Halberstams Idee des Scheiterns als queere, produktive und transformative Strategie inspirierte dieses Projekt, in dem Unvollkommenheit, Instabilität und Nicht-Linearität nicht als Mängel behandelt werden, sondern als bewusste künstlerische Methoden, die normativen Erwartungen an Meisterschaft, Fortschritt und Kohärenz widerstehen. Die Ausstellung »Das Kalte Herz« nimmt das gleichnamige Märchen von Wilhelm Hauff als Ausgangspunkt, um die Beziehung von Identität und sozialer Stellung zu reflektieren.

In Zusammenarbeit mit Studierenden der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg beleuchtet die Aufführung im Kontext der Ausstellung zeitgenössische Praktiken, in denen alle Künstler*innen medienübergreifend arbeiten — Elektronik, Video, Performance — und das Unfertige, das Provisorische und das Fragile umarmen: ein klanglich-performatives Feld, in dem Queerness zur Methode wird — durch Störung, Neukonfiguration und beharrliche Versuche, die scheitern, sich verschieben und neu entstehen.

Eine Kooperation der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg (ADK), des Kunstmuseums Stuttgart, des Ensemble Aventure/ Freiburg und Musik der Jahrhunderte in Zusammenarbeit mit dem Animationsinstitut der Filmakademie BW (FABW)

Die Kompositionen werden ermöglicht durch die Ernst von Siemens Musikstiftung


Die Komponist*innen

Für Eloain Lovis Hübner ist die zweckentfremdete Verwendung von Instrumentengelebte Erfahrung. Ihre Arbeit fragt, was es bedeutet, Musikinstrumente und ihreGrammatik zu „queeren". Während ihrer eigenen Geschlechtsangleichung hörten diese Fragen auf, theoretisch zu sein: Beim Umtrainieren ihrer Stimme fand sie sich in einer Praxis wieder, die trans Menschen kennen — das systematische Verweigern dessen, was "normaler" Klangeinsatz bedeuten soll, das Navigieren von Anspannung und Kontrollverlust. Scheitern. Weitermachen. Ihre neue Komposition für das Ensemble Aventure überträgt diese Erfahrung auf Instrumente, begleitet von aufgenommenen Klängen der Zärtlichkeit, Ermächtigung und stillen Auflehnung.

Laure M. Hiendls neue Kompositionen für Klaviertrio und Klarinette begreifen Scheitern nicht als Niederlage, sondern als produktiven Prozess. Digitale Sampling- Techniken werden in akustische Kammermusik übersetzt: Ein Fragment wird isoliert, wiederholt und verschoben, bis Kommunikation zusammenbricht — und dieser Zusammenbruch öffnet etwas Neues. Bedeutungen bleiben in Bewegung, und das Verweilen in einer einzigen Geste erzeugt eine andere Zeitlogik: eine, die alternative Weisen des Erlebens und Gestaltens von Zeit eröffnet. Malin Bangs Palinode und Natacha Diels' Princess Nightmare Moon vervollständigen das Programm — zwei Werke, die auf je eigene Weise denselben rastlosen Raum bewohnen: zwischen Versuch und Auflösung, zwischen Form und ihrer Verweigerung.