Montags an der ADK 2017/18

Aussichten. Einsichten. Gespräche
Hochrangige KünstlerInnen, WissenschaftlerInnen oder ExpertInnen sind montags an der ADK zu Gast mit Vorträgen und Gesprächen.

Herzlich eingeladen sind alle Interessierten zu den Abenden, Auftakt macht im Wintersemester Ulrich Khuon, Intendant des Deutschen Tehaters Berlin und Präsident des Deutschen Bühnenvereins. 
Die Vorträge oder Gespräche schließen an ausgewählten Terminen den Theorietag ab, der seit dem Studienjahr 2015/16 fester Bestandteil des Curriculums ist.
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Termine

23. Oktober 2017 | Ulrich Khuon
(Intendant Deutsches Theater Berlin, Präsident des Deutschen Bühnenvereins)

20. November 2017 | Philipp Keel
(Künstler, Filmemacher, Autor und Verleger)

15. Januar 2018 | Aino Laberenz
Bühnen- und Kostümbildnerin, Leiterin des Operndorfs von Christoph Schlingensief

12. Februar 2018 | Wolfgang Engler
Soziologe, Philosoph und langjähriger Rektor der HfS »Ernst Busch«

9. April 2018 | »Sex, Macht und Beschämung –
aktuelle und strukturelle Probleme«
Prof. Dr. Barbara Rendtorff

Im Rahmen des 19. Bildungsforum der Stadt Ludwigsburg

Außer der Reihe:
Samstag, 28. April, 11 Uhr | Josef Hader,

Regisseur, Kabarettist, Schauspieler

28. Mai 2018 | »Kunst. Raum. Gesellschaft« 
Hans D. Christ

Direktor des Württembergischen Kunstvereins, Stuttgart

25. Juni 2018 | »The Art of the Prima Donna«
Matteo Augello

Recherche. Performance. Vortrag.
(Premiere: Victoria and Albert Museum 2017) in engl. Sprache 

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Der Eintritt ist frei.
Keine Anmeldung erforderlich.

jeweils 20 Uhr
ADK, Zuschauerraum,
Akademiehof 1, 71638 Ludwigsburg

In Kooperation mit der

 


 

Nächster Termin

Außer der Reihe:
Samstag, 28. April 2018 | 11 Uhr

»Wie politisch darf man in der Kunst sein? Der Künstler als Spiegel der Gesellschaft«

Josef Hader,
Regisseur/Autor, Kabarettist, Schauspieler


© Lukas Beck

Wie politisch darf man in der Kunst sein? Der Künstler als Spiegel der Gesellschaft? Darüber ist Josef Hader, Regisseur, Autor, Schauspieler und Kabarettist an der ADK im Gespräch und spricht u.a. über die die Aufgaben und Arbeitsweisen des Künstlers und Schauspielers wie auch über die Bedeutung des zivilgesellschaftlichen Engagements. Mit seinem  Programm »Hader spielt Hader«  ist er am Tag zuvor am Theater Heilbronn und am selben Tag im Theaterhaus Stuttgart zu Gast. Im Februar angelaufen war der Film »Arthur & Claire« (Regie: Miguel Alexandre) mit Hader – auch Drehbuchautor des Films – in der Hauptrolle neben Hannah Hoekstra.

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Bisherige Veranstaltungen 2017|18

09. April 2018

Im Rahmen des 19. Bildungsforums Ludwigsburg
»Sex, Macht und Beschämung – aktuelle und strukturelle Probleme« Barbara Rendtorff

Die #metoo-Bewegung ist eine von vielen Initiativen, die auf Ausgrenzung und Machtproblematik hinweisen. Wie schließt die Gesellschaft Gruppen am Rand der Gesellschaft aus? Wo und wann setzt Ausgrenzung an und wie entsteht sie?  Wie gehen wir damit um? 

Prof. Dr. Barbara Rendtorff, Professorin für Schulpädagogik und Geschlechterforschung an der Universität Paderborn und Wissenschaftliche Leiterin des dortigen Zentrums für Geschlechterstudien/Gender Studies, beschäftigte sich über Jahre mit diesen Fragestellungen und ist ausgewiesene Expertin in diesen Fragen. In früheren Jahren war sie aktiv in der Frauenbewegung und arbeitete etliche Jahre in einer autonomen Frauen-Bildungseinrichtung, der Frankfurter Frauenschule. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Theorien von Geschlecht und Geschlechterverhältnissen sowie die Tradierung von Geschlechterbildern im Kontext des Aufwachsens.

Die Veranstaltungsreihe Bildungsforum Ludwigsburg ist eine Kooperation der Stadt Ludwigsburg mit der Pädagogischen Hochschule, der Evangelischen Hochschule, der Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen Ludwigsburg, der Filmakademie Baden-Württemberg und der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg. Themen aus dem Bildungsbereich mit aktuellem Bezug werden einem interessierten Publikum zugänglich gemacht.
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12. Februar 2018

Wolfgang Engler, 
Soziologe, Philosoph und langjähriger Rektor der HFS »Ernst Busch«

 

Was steht auf dem Spiel? Verstellt sich zwingend, wer sich verwandelt, in Szene setzt, im Alltag oder auf der Bühne Rollen spielt?  Bleibt uns eine andere Wahl, als stets wir selbst zu sein, verantwortlich für unsere materielle Existenz, unsere gesellschaftliche Stellung wie für unseren Augenaufschlag?

In seinem aktuellen Buch »Authentizität!: Von Exzen-
trikern, Dealern und Spielverderbern« (Verlag Theater der Zeit, 2017)
spürt Engler dem zeitgenössischen Ideal nach, in allen Lebenslagen – im Privaten, in der Öffentlichkeit, im Beruf, in der Kunst – ohne Abstriche »man selber« sein zu wollen.
Im Gespräch kommen neben seinem aktuellen, kritischen Blick auf Authentizität zudem auch Englers Haltung und Fragestellungen zur Bedeutung von Theater und Kunst im aktuellen gesellschaftlichen und politischen Raum zur Sprache. Beginn ist 20 Uhr. Der Eintritt ist frei. Keine Anmeldung erforderlich.

Wolfgang Engler, 1952 in Dresden geboren, studierte von 1973 bis 1978 Philosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Nach seiner Promotion arbeitete er am Philosophischen Institut der Akademie der Wissenschaften der DDR und wechselte im Herbst 1981 an das Ostberliner Institut für Schauspielregie, das wenige Jahre später als Fachbereich in die Hochschule für Schauspielkunst »Ernst Busch« in Berlin integriert wurde. Dort übernahm er 1987 die Leitung des Theoriebereichs und übte diese Funktion neben seiner Lehrtätigkeit bis 1991 aus. 2005 wurde Wolfgang Engler zum Rektor der Hochschule gewählt und leitete die Hochschule bis zu seiner Emeritierung Ende September 2017.

Wolfgang Engler publizierte zahlreiche Studien über Lebensformen in Ost und West, Analysen über den Wandel des Politischen und der Öffentlichkeit sowie Untersuchungen zur Geschichte und zu den Perspektiven der modernen Lohnarbeitsgesellschaft. Als Publizist und Essayist schrieb er für diverse Zeitschriften und Zeitungen, u.a. für Die Zeit, taz, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Süddeutsche Zeitung, Blätter für deutsche und internationale Politik, Kursbuch, Sinn und Form und Theater der Zeit. Im Jahr 2000 verlieh ihm die Friedrich-Ebert-Stiftung den Preis »Das politische Buch«, 2001 würdigte ihn die Deutsche Gesellschaft für Soziologie mit der Erstverleihung des Preises »Für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der öffentlichen Wirksamkeit der Soziologie«.

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15. Januar 2018

Aino Laberenz
Bühnen- und Kostümbildnerin, Leiterin des Operndorfs von Christoph Schlingensief

 
© Jim Rakete

Aino Laberenz und Elisabeth Schweeger sprechen über das Operndorf von Christoph Schlingensief in Burkina Faso - der Stadt Ludwigsburg durch den Förderkreis Burkina Faso und dessen Aktivitäten eng verbunden -, seine Idee und Realisierung und fragen danach, wie die Zukunft aussehen kann.
 Das Operndorf Afrika, das seit 2009 in Burkina Faso/Westafrika entsteht und auf die Idee des Künstler und Regisseurs zurückgeht, ist ein internationales Kunstprojekt – das er selbst als »sein wichtigstes Projekt« bezeichnete und das seit 2011 unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident a.D. Horst Köhler steht. Schlingensiefs letzte künstlerische Arbeit war mit dem Wunsch verbunden, einen Ort internationaler Begegnung zu schaffen.

Aino Laberenz, geb. 1981 in Turku, Finnland) ist geschäftsführende Gesellschafterin der Festspielhaus Afrika gemeinnützige GmbH und Stiftungsvorstand der Stiftung Operndorf Afrika. Sie studierte zunächst Kunstgeschichte, bevor sie am Schauspielhaus Bochum im Bereich Kostümbild (ab 2001/02) assistierte. Sie arbeitete danach als Fotografin sowie Bühnen- und Kostümbildnerin an diversen Häusern, darunter Schauspielhaus Bochum, Schauspielhaus Zürich, Volksbühne Berlin, Burgtheater Wien, Schauspiel Frankfurt, Oper in Manaus, Brasilien, Bayreuther Festspiele, Staatsoper Berlin und Oper Bonn. Sie entwarf die Kostüme für mehrere Kurzfilmen und den letzten Jahren arbeitete sie u. a. mit René Pollesch, Schorsch Kamerun und regelmäßig mit Armin Petras.
Für Schlingensiefs Produktion »Der Zwischenstand der Dinge« entwarf sie Kostüme und Bühnenbild. Seit 2004 gehörte Aino Laberenz zum Team von Schlingensief und setzt seit 2010 das »Operndorf Afrika« fort. Zusammen mit Kuratorin Susanne Gaensheimer gestaltete sie 2011 den Deutschen Pavillon bei der 54. Internationalen Kunstausstellung La Biennale di Venezia, der mit dem Goldenen Löwen für den besten Pavillon ausgezeichnet wurde. A. Laberenz ist Herausgeberin der Christoph-Schlingensief-Biographie »Ich weiß, ich war’s« (2012). 2014 kuratierte sie die Christoph-Schlingensief-Retrospektive am KW Institute for Contemporary Art in Berlin sowie am PS1 MOMA New York. 2015 zeigte Aino Laberenz ihre erste Einzelausstellung in der Galerie für moderne Fotografie in Berlin. In dieser Fotoinstallation präsentierte sie eigene Aufnahmen, die während der Dreharbeiten zu Schlingensiefs Filmprojekt »The African Twin Towers« entstanden sind. 2016 gestaltet sie eine Installation des Operndorf Afrika im Rahmen der Frieze Projects auf der Frieze London.

Weitere Informationen zu Aino Laberenz und Christoph Schlingensief hier zum Operndorf hier
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