Präsentation des zweiten Regie-Bachelor-Projektes 2012 “Von toten Vögeln“

Wir laden Sie hiermit herzlich ein zu den Präsentationen der Bachelorarbeiten des Regie-Studiengangs, der nach drei Jahren nun in 2012 zum Abschluss kommt.

Vanessa Emde setzt die Reihe der vier Abschlussprojekte fort mit der Premiere am 02.03.2012 um 20.00 Uhr (nur für geladene Gäste), Anschlussvorstellungen am 03./04./05. und 06. März 2012 jeweils um 20.00 Uhr (Einlass/Kartenverkauf 19.00 Uhr, Foyer Akademiehof 1).

Eintritt € 5,-. Wegen der geringen Platzkapazität melden Sie bitte Ihre Teilnahme an unter
karten [at] adk-bw [dot] de

In Kooperation mit der Staatlichen Akademie für Bildende Künste in Stuttgart.

Zum Inhalt:


“Von toten Vögeln. Ich suche den Fehler darin”. Ein Doku-Märchen

Es ist mein 30stes Jahr und ich bin die Tochter einer Mutter, die Enkelin einer Großmutter, und ich möchte haben, was sie hatten, als sie noch jung waren. Das möchte ich auf keinen Fall: So sein wie sie, als sie noch jung waren, denn ich will mich ja selbst-verwirklichen. Auf der Suche nach der ultimativen Selbstverwirklichungs-Strategie, die ich auf Grund der Überfülle scheinbar adäquater  Möglichkeiten nicht zu finden vermag, letztlich an der Frage scheiternd, ob ich eine Mutter sein möchte, eine Frage die ich mir auf Grund meines Alters denke stellen zu sollen, interviewe ich meine Mutter und Großmutter vor allem im Hinblick darauf, ob sie das Mutter-Sein glücklich gemacht hat. Dem Trugschluss erliegend, dass eine Antwort auf diese Frage dazu führen könnte, dass ich mir bezüglich der eigenen Lebensfragen Klarheit verschaffe, gerate ich in den Strudel familiärer Ungereimtheiten und Ambivalenzen, mit dem Ergebnis, dass sich meine Fragen potenzieren und schließlich eben nicht befriedigend beantworten lassen. Eine Reise in das Archiv der Fotoalben und Familienanekdoten, Erinnerungen und Fantasien über die Vergangenheit verschmelzen zu einer dokumentarischen Märchen-Collage, die sich letztlich um mehr als meine Ausgangsfrage rankt: nämlich um die Geschichten, die wir uns erzählen, mit denen wir groß geworden und aus deren Stoff wir selbst sind, matrilineare Geschichten, die dazu führen konnten, dass ich unbedingt k_eine Mutter sein möchte, Geschichten, die Fluch und Segen zugleich sind, die vom Weiter-Schwimmen und sich (Ab)Treiben-Lassen handeln, Geschichten die ich innerhalb eines Jahres ausgegraben, gepflückt und aufgehoben habe. Mit Hilfe von acht Schauspieler_innen, zwei Bühnenbildner_innen, einer Musikerin und  einer Video-Künstlerin, entwickeln wir einen genre-übergreifenden Abend, der eine Antwort schuldig bleiben möchte.